Loggingsoftware Filesharingplattformen

Diskutiere Loggingsoftware Filesharingplattformen im Smalltalk Forum im Bereich Community; Also durch Urmel angeregt, frage ich mich gerade, wie es sein kann, dass man dieser Loggingsoftware an deutschen Gerichten vertrauen schenkt....

  1. socke

    socke Guest

    Also durch Urmel angeregt, frage ich mich gerade, wie es sein kann, dass man dieser Loggingsoftware an deutschen Gerichten vertrauen schenkt.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann funktioniert das in etwa so:
    Das beauftragte Softwareunternehmen tritt entweder selber als Anbieter (Filesharingserver) auf, wobei das wäre für mich ein Rechtsverstoß oder aber meldet sich als Interessent an einem entsprechenden Server, ohne jedoch Dateien bereitzustellen, an. Nun werden alle Angebote auf dem Fileserver von der Software abgefrühstückt. Ich stelle mir vor, dass ein Suchfilter, der auf Dateinamen angewendet wird (das wird automatisiert laufen) sich bestimmte Angebote selektiert. Sobald man Zugriff auf die Datei erhält, hält man die Uhrzeit fest, hält fest, dass mindestens 1 KByte geladen wurde (also das Dateifragment muss gesichert werden) und ermittelt die IP-Adresse des Anbieters.

    Mir stellen sich jetzt ganz viele Fragen:
    • Wie wird die Uhrzeit der Loggingsoftware mit der des Providers synchronisiert?
    • Wie kann ein 1 KByte großes Fragment aussagefähig genug sein, dass eine illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke erfolgt ist?
    • Wer als unabhängiger Gutachter bescheinigt, dass die Software fehlerfrei läuft?
    • Wie wird die Fehlerfreiheit gewährleistet ?
    • - Testtate
    • - Hinterlegung Quellcode (je Softwareänderung) bei einem unabhängigen Dritten (z.B. TüV)
    • - wieso reicht die eidesstattliche Erklärung des Softwareanbieters aus?

    Ja und wieso haben Abgemahnte nicht einmal eine Interessensgemeinschaft gegründet um den Beweis zu führen, dass die verwendete Loggingsoftware, es wird ja wohl nur eine Hand voll davon geben, den hohen Anspruch der Beweisbarkeit, Fehlerfreiheit und Zuverlässigkeit nicht erfüllt.

    Keine Software ist frei von Fehlern und ich würde mir ausführlich erklären lassen wollen wie, die beiden wichtigsten Argumente, nämlich Zeitpunkt und Datei, beweisen hier eine Straftat begangen zu haben.

    Den Quellcode würde ich mir gerne mal zeigen lassen, mindestens aber die Testtate, die das belegen.

    Mal ein vergleichbares Beispiel "Briefsendung als Einschreiben mit Rückschein".
    Das reicht so ganz und gar nicht aus. Damit beweist man nur, dass man irgendwas versendet hat, dass der Empfänger "irgendwas" entgegen genommen hat. Bringt vor Gericht ziemlich wenig. Erst wenn ich einen Zeugen benenne, der gesehen hat, welchen Inhalt ich in den Briefumschlag gesteckt habe und der gesehen hat, wie ich diesen in den Briefkasten geworfen habe, wird daraus ein gültiger Beweis.
     
  2. #2 Kerberos, 21.08.2011
    Kerberos

    Kerberos Guest

    @ socke

    Soll keine Kritik sein, aber einen Einschreibebrief (Einwurfeinschreiben, oder auch Ebf mit Rückschein) kannst du nicht einwerfen. Der muss bei einer Postfiliale abgegeben werden, da ein Aufkleber mit einem Barcode draufkommt, du einen Beleg hierfür erhälst.
    Ein Briefkasten hilft dir hier nicht viel bei weiter.
     
  3. #3 Kerberos, 21.08.2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21.08.2011
  4. pefo

    pefo Erfahrener Benutzer

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    Filesharing hat immer den Nachteil, dass in dem Moment indem Du irgendwo etwas herunterlädst, alles was bisher auf Deinem Rechner gelandet ist (auch wenn es nur Bruchstücke sind), sofort für andere wieder zur Verfügung steht.

    Man braucht keine Logging-Software, man muss nur nachschauen von wem etwas herunterladen werden kann (IP-Adresse). Die Firmen oder Ihre Beauftragten sind genauso in den FileSharing-Plattformen als User angemeldet wie Du! Und Deine IP sieht man dann mit jeder billigen mumu-Software.

    Mit dieser IP und die Uhrzeit sowie Datum, wenden sich die Firmen dann an Deinen Provider, der anhand der IP schon mal feststeht, und der schaut in seinen Verbindungsdaten nach, wer zu diesem Zeitpunkt diese IP hatte und gibt dann die persönlichen Daten heraus! Dieses ist hieb und stichfest!
     
  5. #5 Kerberos, 21.08.2011
    Kerberos

    Kerberos Guest

    @ pefo

    Noch ist in diesem Land hierzu ein richterlicher Beschluss von Nöten (zum Glück...); auch wenn dieser in den meisten Fällen zu voreilig erteilt wird.
     
  6. pefo

    pefo Erfahrener Benutzer

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    @ Kerberos

    Denn BESCHLUSS hatte ich natürlich vorausgesetzt! Ohne geht da natürlich nix!
    Hätte ich vielleicht noch erwähnen sollen.
     
  7. #7 urmel511, 21.08.2011
    urmel511

    urmel511 Erfahrener Benutzer

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    Das glaubst auch nur Du. Das setzt erstmal voraus, das die Uhr der Loggerbude exakt synchron zu der vom Provider läuft. Tut sie das nicht, tja, dann hast Du Pech und bist schuldig obwohl Du evtl. bereits schon offline warst.

    Dazu kommen dann die ganzen hieb und stichfesten Beweise wo nachweislich Leute abgemahnt werden, die überhaupt gar kein Internet haben (die Anwaltskosten haben die trotzdem nur um zu beweisen "Isch abe gar kein Internet").

    Dann die ganzen hieb und stichfesten Beweise wo ganz offensichtlich Zahlendreher verursacht wurden (das kommt öfter vor als man denkt).

    Dann die ganzen hieb und stichfesten Beweise wo User über mehrere Tage bzw. Wochen die gleiche IP hatte (die waren keine Kabelkunden!!!).

    Dann noch die hieb und stichfesten Beweise wo nachweislich gar kein Modem an der Telefondose hing, weil Strom abgeschaltet wegen Urlaub etc. (wo kommt da nur die IP plötzlich her???)

    Diese Liste ließe noch um etliches erweitern, nur habe ich jetzt keine Lust hier alles aufzuzählen ...
     
  8. socke

    socke Guest

    Mal davon abgesehen, dass ich ein AVM-Gerät habe, den vorgenerierten Schlüssel geändert habe, bin ich da komplett kompromisslos und lasse keine WLAN-Geräte am WLAN-Router zu, die ich nicht explizit freigegeben habe. Adhoc-Verbindungen sind damit, sollte jemand tatsächlich das PWD knacken, ausgeschlossen. Übrigens ist die Heise-Seite auch eine gute Anlaufstelle zu prüfen wie gut die eigene (im Router) Firewall funktioniert.

    Das wäre noch ein entsprechender Link:
    Netzwerkcheck | heise Security
     
  9. #9 daen, 21.08.2011
    Zuletzt bearbeitet: 21.08.2011
    daen

    daen Erfahrener Benutzer

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    Siehe Signatur.
    Warum so kompliziert.
    Die Firma geht auf einen Filesharing Server. Sucht ein Lied von einem bestimmten Künstler (Das vorher von Sony und Konsorten in Auftrag gegeben wurde). Auf dem Server findet der M.A. nun das Lied. Er fängt das downloaden an und macht währenddessen Sreenshot's von dem angezeigtem DL mit Uhrzeit und IP und Einlogdaten mit dem DL Pfad. (Mit Sicherheit noch ein paar Daten mehr, alles was die Spionage Software im Hintergrund hergibt) Dies Wiederrum gibt er dem Anwalt von zb: Sony mit einer Eidesstattliche Versicherung der Richtigkeit der Daten. Das reicht dem Anwalt um bei Gericht einen Beschluß zu bewirken. Und somit kriegt der Anwalt auf Anfragen beim Provider die dazugehörige Wohn/Anschlußadresse, die der IP zugeordnet wird. Nun kommt die Abmahnung. So einfach. Es reicht immer (noch) dem Gericht die Eidesstattliche Versicherung um das Ganze ans rollen zu bringen. Fürs Gericht ist die Beweisführung ausreichend/ abgeschlossen.
     
  10. socke

    socke Guest

    Das ist sehr unbefriedigend. Eine "eidesstattliche Erklärung" scheint ja ganz offensichtlich jeden fälschbaren Beweis in eine unwiderlegbare Tatsache zu wandeln. Man kann schließlich alles fälschen. Alle Daten, die ich auf "meinen" Computer sammle, ganz gleich ob das die Loggingbude macht oder die Privatperson können verfälscht werden und zwar so gut, dass später nicht mehr feststellbar ist wie die Originaldaten aussahen bzw. wann die Fälschung erfolgte.

    Kurioserweise gibt es bestimmte Computerbeweise, die deshalb auch nicht oder nur bedingt anerkannt werden. Als Stichwort mal ein Faxsende-/empfangsprotokoll. Wieso also soll die Loggingsoftware oder ein Screenshot ein besserer Beweis sein?

    Für mich ist daran fatal, dass das technische Hintergrundwissen fehlt. Offenbar kann man eine eidesstattliche Erklärung dann nur noch durch sündhaft teure Gutachten wieder aushebeln. Das artet dann in eine Gutachterschlacht aus. Der Normalbürger, der abgemahnt wird, wird sich das nicht leisten können. Es bedarf hier einer dringenden Gesetzesänderung um die ganz offensichtliche Abmahnzockerei als Methode Geld zu verdienen ein Ende zu bereiten.

    Daher:
    Abmahner haben zunächst einmal ihre Kosten selber zu tragen.
    Mit einer kostenlosen Unterlassungserklärung kann der Ersttäter kostenfrei aus der Sache rauskommen
    Es muss dringend eine Unterscheidung zwischen gewerblichen Betrieb und privaten Betrieb erfolgen.
    - Wenn jemand gewerblich (KINO.TO) gegen das Gesetz verstößt ist er entsprechend zu bestrafen.
    - Wenn jemand für den privaten Gebrauch gegen das Gesetz verstößt, dann soll die o.g. Unterlassungserklärung ziehen
    Wenn die Unterlassungserklärung nicht unterschrieben wird oder es sich um einen Wiederholungstäter handelt und er zweifelsfrei
    überführt werden kann, dann hat er selbstverständlich alle angefallenen Kosten (RA + Gericht) zu tragen und Schadensersatz zu leisen

    Ich glaube wenn man das in dieser Richtung ändert, dann wird der Geldhahn zugedreht und das ganze geht wieder in normale Bahnen.

    Gesetzesänderungen scheinen ja manchmal etwas zu bewirken.
    Ein Beispiel aus den späten 80er:

    Irgendwann durfte man nicht mehr Zoll als Maßeinheit bei der Produktbeschreibung verwenden.
    Das führte zu einer Abmahnwelle gegen Computerhändler, die schließlich 5 1/4 Zoll Diskettenlaufwerke angeboten haben.
    Ganz offensichtlich wurde hier ein Gesetz missbraucht Geld mit Abmahnungen zu machen.
    Das hatte aber irgendwann ein Ende, also muss sich ja was getan haben, dass damit kein Geld mehr verdient werden konnte.
     
  11. #11 urmel511, 22.08.2011
    urmel511

    urmel511 Erfahrener Benutzer

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    Das wäre schön. In der Regel läuft es aber andersherum. Die Loggerbude macht dem Label das Angebot zu loggen ...

    Und ganz praktisch die Konstelllation bei N+L. Dort ist der Geschäftsführer der Loggerbude gleich auch der Abmahnanwalt der auf der gleichen Etage nebenan sitzt ...
     
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